Wie trifft man gute Entscheidungen?

Ehemalige Biathletin Kati Wilhelm berichtet in Münchholzhausen bei der „Space Party Crew against Aids“ von den großen Momenten ihrer Karriere. Von Lothar Rühl

Auktionator Günter Marx, die ehemalige National-Fußballerin Nia Künzer, Ewald Goebel, die einstige Biathletin Kati Wilhelm und der Vorsitzende der Space Party Crew Thorsten Weicker.  Foto: Lothar Rühl
Auktionator Günter Marx, die ehemalige National-Fußballerin Nia Künzer, Ewald Goebel, die einstige Biathletin Kati Wilhelm und der Vorsitzende der Space Party Crew Thorsten Weicker. Foto: Lothar Rühl

WETZLAR-MÜNCHHOLZHAUSEN – Wetzlar-Münchholzhausen.

Oft stand die 45-jährige Biathletin Kati Wilhelm auf dem Treppchen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen. Im Bürgerhaus von Münchholzhausen hat die sympathische Thüringerin nun vor rund 100 Besuchern einer Veranstaltung des Vereins „Space Party Crew against Aids“ auf der Bühne gestanden.

„Mit Kati Wilhelm haben wir eine Legende zu Gast“, sagte der Vereinsvorsitzende Torsten Weicker, der zusammen mit Jochen Schäfer den Abend moderierte. Als Schirmherrin konnten die beiden die ehemalige deutsche Fußball-Nationalspielerin und Wetzlarerin Nia Künzer willkommen heißen. Kati Wilhelm, eine der erfolgreichsten Biathletinnen bei Olympischen Spielen, ist zugleich eine Meisterin der Entscheidungsfindung. Sie holte dreimal Gold bei den Olympischen Spielen, ist fünffache Weltmeisterin, Weltcup-Gesamtsiegerin und gewann insgesamt 17 Einzelrennen. Immer wieder habe sie in ihrer Karriere Entscheidungen treffen müssen, berichtete sie. Oft hatte sie Berater an ihrer Seite, ob die große Schwester, die Familie, Trainer oder auch Freunde. Selbst das Karriereende bedurfte einer Entscheidung.

Im Kindesalter stand sie in ihrem Heimatort zum ersten Mal auf dem Siegertreppchen. „Das Gefühl gewonnen zu haben, besser als die anderen abzuschneiden, war toll. Es hat bei mir Ehrgeiz geweckt, dieses Gefühl wieder zu erlangen“, schildert sie die Erinnerungen an diesen ersten Sieg. Sie besuchte das Sportgymnasium Oberhof, danach wurde sie in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen. Bis 1998 startete Kati Wilhelm als Langläuferin, wechselte aber 1999 zum Biathlon. Es sei nicht mehr vorangegangen in der Langlaufloipe, erzählte Wilhelm ihrem Wetzlarer Publikum. So habe sie die Entscheidung zum Wechsel der Sportart getroffen, trotz der Bedenken des Trainers. Im gleichen Jahr wurde die Biathletin in den Nationalkader aufgenommen. In der Saison 2005/2006 wurde sie Gesamtweltcupsiegerin. Insgesamt 107 Podiumsplatzierungen bei Weltcuprennen stehen in ihrer Erfolgsbilanz, davon 37 auf Platz 1.

Als erfolgreichste deutsche Biathletin beendete die durch ihre roten Haare auffallende Sportlerin 2010 ihre Karriere. Zuvor wurde sie bei den olympischen Winterspielen in Turin gefragt, ob sie als Fahnenträgerin das deutsche Team anführen wolle. Sie habe entschieden, diese Chance zu ergreifen.

Mutter von zwei Kindern und Geschäftsfrau Wilhelm ist Mutter von zwei Kindern. Und – als Leiterin eines Restaurants – auch Geschäftsfrau. Jeweils in der Wintersaison ist sie als Expertin bei der Übertragung von Biathlonwettbewerben in der ARD zu sehen. Kati Wilhelm machte den Besuchern Mut, Entscheidungen selbst zu treffen und nicht zu warten, bis andere das tun. „Jeder muss wahnsinnig viele Entscheidungen treffen. Das fällt uns häufig schwer“, sagte Wilhelm. Dabei würde man oft die Chance verpassen, etwas zu verändern. „Ich durfte entscheiden, was für meine Karriere gut ist“, resümierte die 45-jährige Sportlegende. Während des Abends versteigerte Günter Marx als Auktionator ein Paar vom Boxer Henry Maske handsignierte Boxhandschuhe, die für 500 Euro an Ewald Goebel gingen. Der Erlös ist für die Maske-Stiftung „A Place for Kids“ bestimmt.

Translate »