Lesung Lars Amend

Wetzlar (jow) Der Autor und Journalist Lars Amend hat sich am Samstagabend in den Dienst der guten Sache gestellt. Auf Einladung der Space Party Crew against Aids hat er in Bobo’s Eventhaus aus dem Buch „Dieses bescheuerte Herz“ gelesen. Amend gab dazu zunächst einen kurzen Einblick in sein eigenes Leben und wie er dazu kam, einen 16-jährigen behinderten Menschen intensiv zu begleiten. Amend wurde 1978 in Gießen geboren. Spielte in seiner Kindheit der Sport mit Fußball, Turnen, Tennis, Tischtennis und Basketball eine wichtige Rolle wurde es hinterher die Musik. Selbst auf der Suche nach dem Sinn des Lebens lebte er mehrere Monate unter den Ärmsten der Armen in den Armenvierteln von Rio de Janeiro. Diese Begegnungen hätten ihn auch dazu veranlasst, mit dem Schreiben zu beginnen. Dazu gehörte auch die bewegende Geschichte von Daniels Leben, den der Journalist und Buchautor in einem Kinderhospiz in Hamburg kennengelernt hat. Der Junge ist mit einem halben Herzen aufgewachsen und leidet unter „Kinder-Alzheimer“. Amend erzeugte mit seien Erzählungen nicht nur Gänsehaut, sondern erzeugte auch Stellen zum Lachen, als er erzählte, was ein Junge alles erleben möchte, wenn er weiß, dass er am nächsten Tag tot sein kann. Bei der ersten Begegnung mit Daniel im Kinderhospiz hatte er das Gefühl, dass er sich selbst wieder erkannt habe. Der Junge habe ihn mit den Worten empfangen: „Endlich bist Du da!“ und er gemerkt, dass er aus dieser Nummer „nicht mehr rauskomme“. Er habe angefangen, die Familie besser kennenzulernen und sei von ihr herzlich empfangen worden. „Ich habe mich gefühlt, wie ein Freund, der lange weg war.“ Daniel habe ihm erzählt, dass er noch nie einen besten Freund gehabt habe und gemeinsam hätten sie ihre Wünsche und Bedürfnisse artikuliert. Amend erzählte kurzweilig, wie sie die erste Kippe geraucht, in Berlin Klingelstreich gemacht hätten und er bei der Serie „Berlin: tag und nacht“ mit dabei sein konnte. Aber Amned bot auch nachdenkliche Momente, als er Einblicke in die Gefühlswelt des Jungen und der Familie gab, der sich trotz seiner unheilbaren Krankheit auf den Himmel freute. Im persönlichen Gespräch mit den Besuchern erklärte Amend, wie ihn selbst das verändert hat. Schirmherr Oberbürgermeister Wolfram Dette lobte in seinem Grußwort die Arbeit des Vereins, die er seit Anfang an kenne. „Ich bin durchaus erstaunt über die Kreativität des Vereins, der das Ganze mit dem Hintergrund leistet, etwas Gutes zu tun.“ Seit 15 Jahren seien jetzt 100.000 Euro zusammengekommen, mit denen Menschen geholfen werden konnten. Hätten am Anfang noch die Bekämpfung von Aids im Vordergrund gestanden, diene ein Großteil der Projekte der Gesundheitsprävention. „Dies wird alles von Ehrenamtlichen organisiert.“ Über diese Aktivitäten hinaus mach der Verein auch auf das Schicksal von Menschen aufmerksam und öffne das Fenster für Menschen, die im Verborgenen sind. Von daher passe die Lesung gut ins Konzept der Space Party Crew. Dette freute sich, dass der Autor Lars Amend ein Gefühl für die Themen, die die Menschen bewegen, obwohl seine Vita durch Spaß und Freude geprägt sei. Als Schirmherr überreichte er einen Scheck. Mit diesen Mitteln zusammen konnte der Verein seit seiner Gründung die Spendensumme von 100.000 Euro überschreiten. An diesem Abend gingen 2.500 Euro an den Ambulanten Kinderhospizdienst in Gießen. In der Vergangenheit hatte der Verein auch unter anderen den Arbeitskreis Leben nach Tschernobyl, die Aidshilfe, die Kinderkrebsstifutng und das Hospiz in Wetzlar unterstützt. Zudem hat er Kinderpatenschaften in mehreren afrikanischen Ländern. Aktuell hat der Verein 280 Mitglieder. Im Namen der „Space Party crew Against Aids“ hatte Wolfgang Kreuzburg die Zuhörer begrüßt. Er hatte auch den Hauptprotagonisten des Abends vorgestellt, für den nach einer bodenständigen Ausbildung zum Wirtschaftsdolmetscher Stationen in London und beim Jugendsender des Hessischen Rundfunks folgten. In dieser Zeit schrieb er Geschichten über Amy Winehouse, Puff Daddy oder Meat Loaf. Außerdem textete er Moderationen für MTV und VIVA. Seine Biografie des Rappers Bushido landete auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste. Das Buch wurde später in Starbesetzung verfilmt. Sein Buch, das er am Samstag vorstellte, wurde auf Anhieb ein Spiegel Bestseller. Auch er soll verfilmt werden. Amend gestand zu Beginn, dass er noch nie in Münchholzhausen gewesen, obwohl er nur 15 Kilometer entfernt von hier geboren wurde. Die Idee von Torsten Weicker und seinem Verein und was dieser auf die Bühne stellte, wolle er gerne unterstützten und zollte den Verantwortlichen Respekt. Mehr Infos über die Space Party Crew against AIDS e.V. gibt es unter www.spacepartycrew.de

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