Momo-Darstellerin Radost Bokel erzählt

Rund 150 Besucher sind ins Bürgerhaus in Münchholzhausen gekommen, um die einstige Momo-Darstellerin Radost Bokel und ihren Schauspielerkollegen Jean-Mark Birkholz zu sehen.

Die Schauspieler Jean-Mark Birkholz und Radost Bokel bei der Scheckübergabe mit Spender Arno Schmehl, Torsten Weicker, Bianca Schlosser, José Luque und Monika Stumpf. (Foto: privat)

Wetzlar-Münchholzhausen – Rund 150 Besucher sind ins Bürgerhaus in Münchholzhausen gekommen, um die einstige Momo-Darstellerin Radost Bokel und ihren Schauspielerkollegen Jean-Mark Birkholz zu sehen. „Das Buch Momo habe ich als Kind begeistert gelesen. Das Märchen um die Zeitdiebe ist ja heute noch aktuell“, erzählt eine Besucherin. Und ein Erlebnis war die als Lesung angekündigte Veranstaltung des Vereins Space Party Crew against Aids allemal. Das fast zweistündige Programm lebte zum einen von den Texten des Märchen-Romans Momo des Autors Michael Ende, zum anderen von den lebhaften Erinnerungen der Filmdarstellerin.

Erneut hatte die Space Party Crew es verstanden, eine interessante Veranstaltung zu organisieren, mit deren Erlös gemeinnützige Zwecke unterstützt werden. Dieses Mal wurden das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen und die Clown-Doktoren mit dem Erlös bedacht. Bokel berichtete, dass sie im Alter von zehn Jahren zu der Hauptrolle in dem Kinofilm kam. Ihre Mutter hatte in einer Zeitung gelesen, dass ein lebhaftes Mädchen mit großen Augen für die Verfilmung des Ende-Klassikers gesucht wurde und meldete ihre Tochter zum Casting an. Unteren Tausenden von Bewerbern aus ganz Europa wurde Bokel damals ausgewählt. Der Buchautor Michael Ende hatte darauf bestanden, bei der Filmproduktion Mitspracherecht zu haben. Buchautor Michael Ende hatte bei der Besetzung der Rolle das letzte Wort Er selbst habe schließlich der jüngsten Bewerberin den Zuschlag gegeben. 1985 verbrachte die Schülerin dreieinhalb Monate für die Filmaufnahmen in der italienischen Filmstadt Cinecittà in Rom. Hier stand ihr die Schauspielerin Rosemarie Fendel als Coach und Mentorin zu Seite. Viele kleine Anekdoten konnte Radost Bokel, die in Frankfurt lebt, berichten: Von Erfahrungen mit Filmgrößen wie Armin Müller-Stahl und Mario Adorf. Auch mit dem Blödelbarden Otto Walkes hatte sie am Filmset eine Begegnung, der beim Essen im Restaurant mit einem Strohhalm die Suppe aus dem Teller aufsaugte und in die Gegend pustete. Mit Birkholz las die Schauspielerin Abschnitte aus dem Buch Momo, in dem das gleichnamige Mädchen ausgesucht ist, die Welt zu retten. Graue Herren sind als Zeitdiebe unterwegs, um die Menschheit zum Ende zu bringen. Gemeinsam mit der Schildkröte Kassiopeia gelingt es ihr, die gestohlene Zeit zu befreien. Birkholz begeisterte durch sein Einfühlen in die verschiedenen Rollen, die er mit sehr viel Engagement vortrug und seine stimmliche Vielfalt zum Ausdruck brachte. Dies führte zum Szenenapplaus, wenn er sich zum Beispiel als grauer Herr über das kleine Mädchen erregte.

  Spenden helfen vielen Projekten Während der Lesung erhielt der Verein „Back to life“ von Stella Detjen, der Hilfsprojekte in Indien und Nepal unterstützt, insgesamt 2000 Euro. Das Geld war beim 40-jährigen Bestehen der Druckereibedarf Schmehl GmbH in Naunheim sowie bei einer Geburtstagsfeier von Geschäftsführer Arno Schmehl zusammen gekommen. Schmehl hatte sein Gäste aufgerufen zum „Spenden statt schenken“. Der Firmeninhaber hatte im Oktober an einem Vortrag von Detjen teilgenommen, den die Space Party Crew in der Dutenhofener Kirche veranstaltete. Im Zusammenhang dieses Vortrages seien insgesamt 5500 Euro für „Back to life“ eingegangen, so der Space Party Crew-Vorsitzende Torsten Weicker. Dies sei ein neuer Rekord.Einen Scheck über 500 Euro konnte die Leiterin des Hospizes Haus Emmaus in Wetzlar, Monika Stumpf, entgegen nehmen. Das Geld ist für das Projekt „Charly und Lotte“.  (red)

Translate »