15.11.2025 Olympiasieger und Bestseller-Autor Matthias Steiner
Erstellt von Toni | Zu finden unter News
Olympiasieger motiviert bei „Space Party Crew against Aids“
Ex-Gewichtheber und Olympiasieger Matthias Steiner spricht im Bürgerhaus Münchholzhausen über seine Erfolge und persönlichen Herausforderungen. Er ist sicher: „Erfolg ist planbar“.

Wetzlar-Münchholzhausen. Der Förderverein „Space Party Crew against Aids“ hat über 200 Besucher ins Bürgerhaus in Münchholzhausen eingeladen. Zu Gast: Olympiasieger Matthias Steiner und weitere Promis aus der Sportszene. Als Schirmherrin war Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff dabei, die 1988 Olympiagold holte. Auch der hessische Spitzensportler und Olympiamedaillengewinner Edgar Itt (Gedern) und der Präsident des Landessportbundes und ehemalige Innenminister Peter Beuth waren unter den Gästen. Moderiert wurde der Abend durch die HR-Fernsehmoderatorin Janine Hilpmann.
Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Matthias Steiner, der seinen Weg im Sport, aber auch seine Tiefschläge im Leben zum Thema machte.
„Mein erster Trainer Walter Legel war wie eine Vaterfigur, eine Leitfigur für mich“. Doch er starb, als Steiner erst 17 Jahre alt war. „Mit einem Schlag wurde ich erwachsen“, sagt Steiner. Wenig später erfuhr der in Wien geborene Leistungssportler einen Tag vor seinem 18. Geburtstag, dass er Diabetes Typ 1 hat. Nach der Diagnose Diabetes habe es für ihn geheißen „Diätschnitte statt Sachertorte“.
Der gelernte Installateur bereitete sich auf die Olympischen Spiele 2004 in Athen vor. Dort erreichte er in der Gewichtsklasse bis 105 Kilogramm (kg) ein Zweikampfergebnis von 405 kg (182,5 kg im Reißen/ 222,5 kg im Stoßen) und belegte damit den siebten Platz.

2007 starb seine Frau Susann bei einem Verkehrsunfall. In Österreich sei es schwer gewesen, im Gewichtheben ganz nach oben zu kommen. Deshalb habe er in Deutschland die Einbürgerung beantragt. Zudem stammte seine erste Frau aus Deutschland. Steiner sprach über Motive für sportliche Leistungen: „Geld ist ein Motiv, Status mit Haus und Auto oder Anerkennung. Bei mir war es eher Aufmerksamkeit für das, was ich tue“.
2008 feierte er bei den Olympischen Sommerspielen in Peking seinen größten sportlichen Triumph. Mit 203 kg im Reißen und 258 kg im Stoßen und wurde damit der erste deutsche Olympiasieger im Gewichtheben nach 16 Jahren. Die Bilder von der Siegerehrung, Steiner mit dem Foto seiner verstorbenen Frau in der Hand, gingen um die Welt.
Ich bin überzeugt, dass Erfolg planbar ist.
Matthias SteinerOlympiasieger im Gewichtheben
Ein Problem war seine Gewichtszunahme. „Zunehmen geht leicht, ich habe 40 Kilo in drei Jahren zugenommen. Da ist es mühsam wieder runter zu kommen“, erzählt Steiner. Damals musste er mit 150 Kilo Körpergewicht in die Superschwergewichtsklasse wechseln.
„Ich bin überzeugt, dass Erfolg planbar ist“, ruft er den aufmerksam lauschenden Besuchern zu. „Wichtig für Erfolg ist das Motiv. Ich muss ehrlich zu mir selber sein“.
Steiner hat 2010 ein zweites Mal geheiratet und ist heute Vater zweier Söhne. Der einstige Gewichtheber hat übers Abnehmen zwei Bücher geschrieben und entwickelte das Online-Fitness- und Ernährungsprogramm „Steiner Prinzip“. Er hält Vorträge zum Thema Ernährung und Bewegung, zudem ist er als Motivationsredner aktiv, was er an diesem Abend unter Beweis stellte. Mit seiner zweiten Frau Inge hat er 2020 ein Unternehmen mit Low-Carb-Produkten gegründet. Diese hat er in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt und konnte eine Investorin gewinnen.
Auch zu seinem Auftritt in der Fernsehserie „Let’s Dance“ hat er sich geäußert. Drei Mal habe er zunächst abgesagt. Dann habe er sich innerhalb von drei Monaten vom Nichttänzer zum Finalisten entwickelt. In 2015 belegte er mit seiner Tanzpartnerin Ekaterina Leonova Platz drei.
Den Besuchern des Abends gab er Ratschläge mit. „Seien Sie mutig. Sagen Sie auch mal nein.“ oder „Nach dem Hinfallen: Aufstehen, Mund abputzen und weitermachen. Kämpfen lohnt sich“.
Patricia Kelly spricht über Brustkrebs
Der Space Party Crew-Vorsitzende Torsten Weicker nutzte den Abend, um Spenden von insgesamt 5.585 Euro an mehrere Organisationen weiterzugeben. So konnte Matthias Steiner einen Scheck über 2.500 Euro entgegen nehmen für die Peak Performer Stiftung, die Kindern hilft, um aus eigener Kraft etwas zu erreichen. 1.000 Euro nahm Peter Beuth für die Sportstiftung Hessen entgegen. 500 Euro gingen über Edgar Itt an die NCL Stiftung, die sich für Kinder mit der wenig erforschte Stoffwechselerkrankung NCL einsetzt. Itt nahm auch einen weiteren 500-Euro-Scheck für die Curare Stiftung entgegen, die sich auf die Pflege von kranken und alten Menschen spezialisiert hat. Moderatorin Janine Hilpmann hatte die Christoffel Blindenmission im südhessischen Bensheim ausgesucht, die sich über 500 Euro freien kann. Weitere 585 Euro gehen an „Plant for the planet“ (Aschaffenburg) für Aufforstungsprojekte.
Weicker kündigte an, dass am 7. März Musikerin Patricia Kelly zu Gast sein wird, die zum Thema Brustkrebs spricht.
Bericht von Lothar Rühl

